Mit dem Spatenstich in Streitberg ist Teil drei des sogenannten „politischen Einhorns“ offiziell gestartet. Gemeint ist das außergewöhnliche Gemeinschaftsprojekt der drei Kommunen Markt Wiesenttal, Markt Egloffstein und Stadt Gräfenberg, die ihre Freibäder gemeinsam sanieren – ermöglicht durch eine enge interkommunale Zusammenarbeit und umfangreiche Fördermittel von Bund und Freistaat Bayern.
„Bei bestem Badewetter“, wie Landrat Hermann Ulm schmunzelnd bemerkte, begann die Sanierung des historischen und denkmalgeschützten Familienschwimmbads Streitberg aus dem Jahr 1931. Die Wiedereröffnung ist zur Badesaison 2028 geplant. Für Bürgermeister Marco Trautner ist der Baubeginn ein besonderer Tag – nicht nur für den Markt Wiesenttal, sondern für die gesamte Region.
Der Weg dorthin begann bereits 2019. Seitdem arbeiteten Politik und Verwaltung intensiv zusammen, um die drei Freibäder in Gräfenberg, Egloffstein und Streitberg im Rahmen eines bundesweit beachteten Pilotprojekts zu modernisieren – ein Vorhaben, das CSU-Landtagsabgeordneter Michael Hofmann treffend als „politisches Einhorn“ bezeichnete.
Finanzierung
Grundlage der Sanierung ist ein Bundesförderprogramm zur interkommunalen Zusammenarbeit mit insgesamt 3,8 Millionen Euro. Pro Bad stehen damit rund 1,266 Millionen Euro zur Verfügung. Ergänzt wird die Finanzierung durch das bayerische Sonderprogramm für Schwimmbadförderung. Insgesamt beläuft sich die Fördersumme für alle drei Bäder auf 5,5 Millionen Euro.
Für den Markt Wiesenttal kommen zusätzlich zu den Bundesmitteln 602.000 Euro vom Freistaat Bayern hinzu, unter anderem, weil künftig Schwimmunterricht für Grundschulkinder in den Freibädern stattfinden wird. Bei einer Gesamtinvestition von rund 3,4 Millionen Euro verbleibt für Wiesenttal ein Eigenanteil von etwa 1,87 Millionen Euro.
Erneuerungen in Streitberg
Geplant sind ein neues Edelstahlschwimmbecken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, eine erneuerte Rutsche mit barrierefreiem Zugang, ein Kinderplanschbecken mit Wasserspielen, neue sanitäre Anlagen, eine moderne Wasseraufbereitungsanlage sowie die Wiederherstellung der Außenanlagen und die Sanierung der historischen Gebäude.
Bedeutung für die Region
Bürgermeister Trautner bezeichnete die Sanierung als starkes Zeichen für Investitionen in Lebensqualität, Freizeitangebote und die kommenden Generationen. Mit dem modernisierten Bad entstehe wieder ein Ort, an dem Familien zusammenkommen, Kinder schwimmen lernen und Gemeinschaft gelebt wird.
CSU-Landtagsabgeordneter Michael Hofmann sprach beim dritten Spatenstich in der Fränkischen Schweiz von einem Meilenstein des „politischen Einhorns“. Zugleich betonte er, dass es künftig Kreativität brauche, um den dauerhaften Betrieb der drei Bäder zu sichern. Sein Dank galt ausdrücklich auch den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern.
Landrat Ulm verwies auf den Spagat der Kommunalaufsicht: Einerseits wurden alle drei Sanierungsprojekte befürwortet, andererseits mussten die Gemeinden genehmigungsfähige Haushaltspläne vorlegen, da Schwimmbadsanierungen zu den freiwilligen Leistungen zählen.